Sonntag, 25. September 2022, 11.00 Uhr
Theater-Matinee: Frauen, die wir kennen sollten

„Frauen, die wir kennen sollten“ Frauen, die sich aktiv um Menschen-
rechte und eine gerechtere Welt bemühten, stehen im Zentrum
unserer Theateraufführung. Sie engagierten sich in der Politik oder in
der Pädagogik und fanden ihre Ausdrucksmittel oft auch in der Kunst.
Allen gemeinsam war der Wille zur Veränderung.Frauen von heute werden die historischen Persönlichkeiten in vier Theatermonologen auf die Bühne bringen (Spieldauer insgesamt ca. 90 min).Frauen, die sich aktiv um Menschenrechte und eine gerechtere Welt bemühten, stehen im Zentrum unserer Theateraufführung. Sie engagierten sich in der Politik oder in der Pädagogik und fanden ihre Ausdrucksmittel oft auch in der Kunst. Allen gemeinsam war der Wille zur Veränderung.

Frauen von heute werden die historischen Persönlichkeiten in
vier Theatermonologen auf die Bühne bringen.

Schauspielerinnen:
Veronica Bas
Sharon Kotkovsky
Nicole Rehfeld
Eva Sperschneider

Regie Sabine Wiedemann

Wir freuen uns sehr, dieses Stück des Projekts ESCALA bei uns auf der Bühne der Alten Tanke begrüßen zu dürfen.

Der Eintritt ist frei. Spenden sind gerne gesehen!
Für Kaffee und Getränke ist gesorgt.

Vor und nach der Aufführung besteht die Möglichkeit, die Dauerausstellung zur Geschichte des ehemaligen jüdischen Landwerks Neuendorf zu besichtigen – gern können wir auch spontan ein Führung anbieten, wenn daran Interesse besteht.



Samstag, 17. September 2022

15.30 Uhr Podiumsdiskussion

„Erinnerungskultur im ländlichen Raum heute“

„Ungeimpft“-Sterne im Stil des erzwungenen Judensterns bei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen sind die Spitze des Eisbergs: Eine Partei, deren prominente Vertreter eine „bescheuerte Erinnerungskultur“ beklagen, hat sich im Deutschen Bundestag festgesetzt, und im erstarkenden Paralleluniversum der Verschwörungserzählungen feiern uralte antisemitische Mythen fröhliche Urständ.

Worum muss es also wirklich gehen, wenn man heute einen historischen Ort wie das frühere jüdische Landwerk Neuendorf als Erinnerungsort gestalten will? Was heißt denn „erinnern“, wenn sich fast niemand mehr wirklich persönlich erinnert und der historische Bruch, den der deutsche Faschismus bedeutete, für junge Leute heute weit weg in der Vergangenheit spielt und scheinbar mit der Gegenwart nichts mehr zu tun hat? Welche Rolle spielt dabei die Zivilgesellschaft und welche die öffentliche Hand?

Es diskutieren:
Achim Doerfer, Anwalt und Autor („Irgendjemand musste die Täter ja bestrafen“)
Uwe Neumärker, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Bernd Pickert, Geschichte hat Zukunft – Neuendorf im Sande e.V.
Miriam Rürüp, Moses Mendelssohn Zentrum
Andreas Weigelt, Gedenkort Lieberose/Jamlitz
Moderation: Tanja Tricarico

18 Uhr Konzert

Microphone Mafia & bANDiSTA

Die 1989 in Köln entstandene Rap-Truppe Microphone Mafia ist uns vor allem durch ihre langjährige Zusammenarbeit mit der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano nahe. Esther wurde 1943 von
Neuendorf aus nach Auschwitz deportiert. 2008 begann sie mit Kutlu Yurtseven von Microphone Mafia ein musikalisches Projekt, sechs Wochen vor Esthers Tod 2021 spielten sie ihr letztes gemeinsames Konzert auf dem Gutshof Neuendorf. Engagement gegen Rechts und gegen Hass war schon immer Thema der Musik der „Mafia“ – jetzt ist es auch Esthers Vermächtnis, in ihrem Sinne weiterzumachen.

bANDiSTA ist ein 2006 gegründetes Musik-Kollektiv aus Istanbul. Die Band sieht ihre Wurzeln in der kulturellen Vielfalt Anatoliens, betont aber dennoch ihre internationale Haltung. Das hört man auch:
zum einen an ihren Texten, in denen sie gegen Nationalismus und für eine gerechtere Welt plädieren, zum anderen an ihrem Sound. Der variiert nämlich von Django bis Reggae, von Bratsch bis Ska, Dub
und Afrobeat und ist immer wieder unterlegt von traditionellen anatolischen Klängen.

„Campus Kultur“ ist eine Kooperation zwischen der Burg Beeskow (Landkreis Oder-Spree) und KulTuS e. V. (Märkisch Oderland) im Rahmen des mehrjährigen Landesförderprogramms „Regionale
Kulturelle Ankerpunkte im ländlichen Raum“. Mit „Campus Kultur“ will sich die Burg Beeskow weiter in den ländlichen Raum hinein öffnen und mit KulTuS e. V. in LOS und MOL temporäre Campus-Orte
mit Architekt:innen und Handwerker:innen, Künstler:innen und lokalen Kulturakteur:innen
gemeinsam mit ortsansässigen Vereinen und Initiativen erschließen und gestalten.

Veranstaltungsort:
„Alte Tanke“ Gutshof Neuendorf im Sande
Gutshof 5, 15518 Steinhöfel, OT Neuendorf im Sande

Der Eintritt ist kostenfrei

Gefördert mit:

Freitag, 16. September 2022

17 Uhr Workshop
„Verschwörungserzählungen und wie man damit umgeht“

Fakenews und Verschwörungserzählungen verbreiten sich rasend schnell – nicht nur im Netz. Ob Lügen über Corona, Migration oder eine angebliche Elite, die die Welt regiert: Es kommt darauf an, sie zu erkennen. Und ihnen entgegenzutreten.
Workshop mit den Journalist:innen Tanja Tricarico und Johannes Drosdowski
Anmeldung bitte bis zum 10. September an info@geschichte-hat-zukunft.org

19.30 Uhr Film
„Endlich Tacheles“ (104 min)

Anschließend Gespräch mit dem Protagonisten Ilei Zavadzky

Der 21-Jährige Yaar verbindet mit seinem jüdischen Erbe vor allem das Leid und Machtlosigkeit der Juden im Holocaust. Aus dem Wunsch, nicht zu einem „Opferverein“ gehören zu wollen, entsteht die
Idee, ein Computerspiel zu entwickeln: „Shoah. Als Gott schlief“. In dem von ihm kreierten Deutschland um 1940 können Juden sich wehren, Nazis menschlich handeln. Yaars Vater Ilei ist schockiert.

Eintritt: Spenden erwünscht!

Anfahrt: Mit der Bahn bis Fürstenwalde (Spree) dann ca. 15 Min. mit dem Rad. Navi: Gutshof 1, 15518 Steinhöfel

Ein Projekt des Vereins Geschichte hat Zukunft – Neuendorf im Sande e.V. im Rahmen des „Campus‘ Kultur“ der Burg Beeskow, gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und des Landkreises Oder-Spree.

11. September 2022

13.30 Uhr Gespräch: „Nie wieder Krieg!“ – was heißt das heute?

„Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“, das waren die großen Lehren aus der Erfahrung von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg. Heute erleben wir den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Verändern sich unsere Schlussfolgerungen? Wie?

Wir wollen in diesem Fall keine Podiumsdiskussion organisieren – wir werden für Input sorgen, wollen aber gemeinsam mit allen ins Gespräch kommen, die sich angesichts der Ereignisse viele Fragen stellen.

15 Uhr Führung und Konzert

Lazy Sunday: Gal Klein

Die Liedermacherin Gal Klein ist in Israel geboren, lebt seit etwa fünf Jahren in Berlin. Mit ihrer sanften Stimme und der akkustischen Gitarre bewegt sie sich durch die Jahreszeiten, auf der Suche nach dem Punkt, wo sich trifft, was schon da ist, mit dem, was erst erschaffen werden will. Folk-Gitarre trifft elektronische Sounds, englisch, deutsch und hebräisch vermischen sich zur Refexion über Freiheit, Glauben, Liebe und Zugehörigkeit. Gal wird Lieder ihres neuen Albums spielen, das im November 2022 erscheint.

Wir beginnen um 15 Uhr mit einer Führung zur jüdischen Geschichte des Landwerks, um 16.30 startet das Konzert.

Eintritt: Spenden erwünscht!

Anfahrt: Mit der Bahn bis Fürstenwalde (Spree) dann ca. 15 Min. mit dem Rad. Navi: Gutshof 1, 15518 Steinhöfel

Ein Projekt des Vereins Geschichte hat Zukunft – Neuendorf im Sande e.V. im Rahmen des „Campus‘ Kultur“ der Burg Beeskow, gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und des Landkreises Oder-Spree.

2. September 2022

19 Uhr Film: „Die Freiheit des Erzählens – das Leben des Gad Beck“ (99 min)

Anschließend Gespräch mit den Regisseuren Carsten Does und Robin Cackett

Gad Beck, geb. 1923, war als jüdischer Jugendlicher auf Hachschara in Skaby und hatte dort sein schwules Coming-out. Die Ausreise nach Palästina verpasste er, wurde zeitweise inhaftiert und organisierte im Berliner Untergrund das Leben versteckter Juden und Jüdinnen. Die Filmemacher
Carsten Does und Robin Cackett konnten Gad Beck an die Orte seines früheren Wirkens begleiten. Er starb 2012 in Berlin.

28. August 2022, 15 Uhr
Lazy Sundy #13 Muhtelif

Die sechs Musiker*innen der 2015 in Istanbul gegründeten und heute in Berlin ansässigen Band Muhtelif spielen eine breite Palette von Musik in türkischer, griechischer, arabischer und armenischer Sprache, von traditionell bis populär, von den 70ern bis heute. „Muhtelif“, ein arabisches Wort, das ursprünglich auf Türkisch „disharmonisch, abweichend“ bedeutete, stellte sich dann als „verschieden“ heraus. Getreu diesem Namen baut die Band ihr Repertoire aus scheinbar „disharmonischen und abweichenden“ Liedern auf, um den musikalischen Einklang verschiedener Sprachen und Kulturen zu betonen.

Wie immer starten wir um 15 Uhr mit einer Führung zur Geschichte des ehemaligen Jüdischen Landwerks Neuendorf.
Gegen 16.30 Uhr geht es weiter mit dem Konzert.

Ende: Ca. 18.30 Uhr

Kuchen und Coffee-Bike, Grill und Bar sind am Platz.

Eintritt: Spenden erwünscht!

Anfahrt: Mit der Bahn bis Fürstenwalde (Spree) dann ca. 15 Min. mit dem Rad. Navi: Gutshof 1, 15518 Steinhöfel

Ein Projekt des Vereins Geschichte hat Zukunft – Neuendorf im Sande e.V. im Rahmen des „Campus‘ Kultur“ der Burg Beeskow, gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und des Landkreises Oder-Spree.

26. August 2022, 20 Uhr
Lesung: Daniel Schulz „Wir waren Brüder“

Anschließend Gespräch mit dem Autor

In seinem Roman beschreibt der Journalist Daniel Schulz das Aufwachsen im Brandenburg der Nachwendezeit, welches für seinen jugendlichen Protagonisten von Schikanen durch Neonazis und
gleichzeitiger Sympathie für die rechte Szene geprägt ist. Als er sich mit einem Mädchen aus Georgien anfreundet, muss er sich für eine Seite entscheiden.

19. August 2022, 19.30 Uhr
Film: „Die Jacobys – eine jüdische Familie aus Düsseldorf“ (15 min)

Anschließend Gespräch mit der Filmemacherin

Der kurze Film ist die Zusammenfassung einer Trilogie unter dem Titel „Roads to Reconnection“, die Jessica Jacoby auf Spurensuche nach ihrer Familie gedreht hat. Ihr Vater war 1935 in Neuendorf auf
Hachschara, begann dann in Berlin eine Fotoausbildung und emigrierte 1938 in die USA. In den 1980er- und 1990er-Jahren hat Jessica Jacoby mit dem „Lesbisch-feministischen Shabbeskreis“
unterschiedliche Diskursebenen zusammengebracht.
Sie ist Mitherausgeberin des Sammelbandes „Nach der Shoah geboren – Jüdische Frauen in Deutschland“.

Eintritt: Spenden erwünscht!

Anfahrt: Mit der Bahn bis Fürstenwalde (Spree) dann ca. 15 Min. mit dem Rad. Navi: Gutshof 1, 15518 Steinhöfel

Ein Projekt des Vereins Geschichte hat Zukunft – Neuendorf im Sande e.V. im Rahmen des „Campus‘ Kultur“ der Burg Beeskow, gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und des Landkreises Oder-Spree.

03. Juli 2022: Lazy Sunday #12 Misagh Joolaee & Sebastian Duo

Diesmal zu Gast: Das Misagh Joolaee & Sebastian Flaig Duo.
Mit der persischen Stachelgeige Kamancheh und diversen Schlaginstrumenten erzeugen der im Iran geborene Misagh Joolaee und der in Freiburg aufgewachsene Sebastian Flaig ganz neue Klangwelten. Ausgehend von uralten iranischen Wurzeln wird verändert und erneuert – oder wie Stefan Franzen zur Aufnahme des jüngsten Albums der beiden in die Bestenliste der deutschen Schallplattenkritik schrieb:  „Über das pure Handwerk hinaus ist ihre Musik zugleich auch immer ein berührender, wortloser Spiegel der intensiven Seelenzustände eines Exilanten.“

Einen besondere Programmpunkt gibt es diesmal bereits um 14 Uhr:

Buchvorstellung und Lesung von „Peace with the earth“ zusammen mit der Herausgeberin Åsa Sonjasdotter und der Mitwirkenden Ros Gray. „Peace with the earth“ wurde während des Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von den schwedischen Frauenrechtlerinnen und Friedensaktivistinnen Elin Wägner [1882-1949], Schriftstellerin, und Elisabeth Tamm [1880-1958], Politikerin und Praktikerin des ökologischen Landbaus, geschrieben. Diese erste englische Übersetzung sammelt Erfahrungen aus den miteinander verbundenen Widerstandsbewegungen für das Frauenwahlrecht, den Frieden und den ökologischen Landbau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Teilnehmerinnen dieser Bewegung waren radikale, intellektuelle, unangepasste Frauen, von denen sich viele heute wahrscheinlich als queer bezeichnen würden.

19. Juni 2022: Lazy Sunday #11 VAGABUNDEN

VAGABUNDEN – das sind die jüdische Sängerin Tania Alon, der armenische Sänger und Komponist Stepan Gantralyan und der bulgarische Gitarrist mit armenischen Wurzeln Emil Georgiev.
Mit gefühlvollen und ausdrucksstarken Liedern verarbeiten sie musikalisch die Erfahrungen zweier Völkermorde. Sie singen aber auch über Liebe, den Wunsch nach Frieden und alles, was Völker verbindet in den Sprachen : Armenisch, Hebräisch, Ladino, Jiddisch, Spanisch Griechisch, Roma…..in einer kulturübergreifenden Liederreise, zu der die drei Ausnahmemusiker:innen uns gerne mitnehmen wollen.

05. Juni 2022: Lazy Sundy #10 Meschuggene Mischpoche

Es ist der erste „Lazy Sunday“ 2022, und gleich ein ganz besonderer. Auf der umgebauten Bühne der alten Traktorentankstelle besucht uns die Wuppertaler Klezmergruppe „Meschuggene Mischpoche“ mit einem jiddischen Liederprogramm zu Speis und Trank und Lebensfreude. Auf der akustischen Speisekarte von „Bagels, Borscht und Bulbes“ stehen Lustiges und Ernstes über Gefilte Fisch,
verbrannte Festtagsplätzchen, Borscht und Strudl.
Sängerin Ulla Krah wird begleitet von Tatjana Lesko am Klavier und Andreas Kneip am Kontrabass.

21. Mai 2022: 3. Neuendorfer Dorfgespräch & Theaterstück „Treue Hände“

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
rund drei Jahre sind wir schon auf dem Gutshof Neuendorf im Sande. Doch wir wissen wenig darüber, wie das Leben und Arbeiten war, als hier noch das VEG Neuendorf-Spreenhagen produzierte. Darüber, und wie die Wendezeit für Sie/Euch war, auf dem Gutshof, in Neuendorf und in der Umgebung, würden wir gern mehr erfahren.

Zum Start haben wir das Theater „Traumschüff“ mit dem Stück „Treue Hände eingeladen.
Darum geht’s: „Die Mauer ist gefallen, das Land verändert sich rasant. Zwischen Goldgräberstimmung und Zukunftsangst wird die ostdeutsche Wirtschaft neu organisiert – oder schlicht deindustrialisiert, je nachdem, wen man fragt. Mittendrin Gitti, die ehrgeizig versucht, sich in dem neuen System einen Platz zu erarbeiten – während ihr Freund Dirk für den Sozialismus und ihre beste Freundin Sylvia um ihren Arbeitsplatz kämpft. Dass Gitti nun auch noch einen Job bei der Treuhandanstalt annimmt, stellt ihre Beziehung auf eine Zerreißprobe.“

12. September 2021: Lazy Sunday an der Tanke #8 – Karlshorster Kiezkapelle Fidele Rumdudel

Zum Abschluss der Konzertreihe 2021 haben wir eine Musiker*innentruppe aus Berlin zu Gast. Sie wollten eigentlich vor sieben Jahren nur zu einem runden Geburtstag aufspielen – aber dann hatten sie so viel Spaß dabei, dass sie nicht mehr aufhören konnten, gemeinsam zu musizieren. Sie singen und spielen Musik aus verschiedenen Gegenden Europas, konnten sich ewig nicht auf einen Namen einigen und deshalb bleibt es erst einmal bei Karlshorster Kiezkapelle Fidele Rumdudel.

Wie immer starten wir um 15 Uhr mit einer Führung zur Geschichte des ehemaligen Jüdischen Landwerks Neuendorf.

29. August 2021: Lazy Sunday an der Tanke #7 – Zweite Generation erzählt

Wir laden zu einem sehr besonderen Sonntagnachmittag. Zu Gast ist die Gruppe „Zweite Generation“, ein Zusammenschluss von Töchtern und Söhnen von Überlebenden des Holocaust – unter ihnen auch Ines Chavah Stenger, deren Vater von 1933 bis 1936 auf dem Gutshof eine Ausbildung erhielt, die ihm die Emigration nach Argentinien ermöglichte.
Im Mai 1945 ging der zweite Weltkrieg in Europa zu Ende. Aber für die Verfolgten und die folgenden Generationen war es nicht vorbei – und ist es bis heute nicht. Mit Erzählungen, Gedichten und Musik berichten sie von ihrer Kindheit und dem Leben im Schatten der Biographie deren Eltern. Wir beginnen gegen 15 Uhr mit einer gemeinsamen Begehung des Gutshofes. Wir werden von der jüdischen Geschichte des ehemaligen „Landwerks Neuendorf“ berichten – und wir werden von Chavahs Vater hören und einen Baum in Erinnerung an ihn pflanzen.
Gegen 16.30 beginnt dann an der Freilichtbühne an der alten Traktorentankstelle das eigentliche Programm, mit Gespräch, Gedichten und Musik mit den beiden Sängerinnen Gal Klein und Yael Front. Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen – der Austausch steht im Vordergrund, auch im Anschluss bei einem Getränk, wenn wir den Nachmittag ausklingen lassen.

15. August 2021: Lazy Sunday an der Tanke #6 – Beynel Milel

Ceyhun Kaya und Petra Nachtmanova präsentieren Volkslieder aus Osteuropa, Anatolien und dem Kaukasus. Ihr besonderer Sound entsteht durch die ungewöhnliche Klangmischung der anatolischen Saz und der georgischen Panduri, entfernte Verwandte aus der Familie der dreisaitigen Lauten.
Die Musik des Kaukasus ist in diversen Communities zuhause. Doch in dieser Kombination aus allen drei Regionen mit diesen zwei Lauten ist die Mischung einzigartig.
Wie immer starten wir um 15 Uhr mit einer Führung zur Geschichte des ehemaligen Jüdischen Landwerks Neuendorf.
Gegen 16.30 Uhr geht es weiter mit dem Konzert, und im Anschluss können wir den Nachmittag noch bei Gesprächen und einem Getränk ausklingen lassen.

27. Juni 2021: Lazy Sunday an der Tanke #5 – Daniel Kahn

Mit Daniel Kahn besucht uns ein echter Ausnahmemusiker. Der in Detroit geborener Troubadour bestreitet ein radikales Programm mit neuen und alten Liedern, geschmuggelt über die Grenzen von Jiddisch, Englisch, Russisch, Deutsch, Vergangenheit und Zukunft. Eine zeitgemäße Sammlung aus brüchigen Balladen, windschiefem Klezmer, Gefängnislamentos, Revolutionshymnen und apokalyptischem Blues.
Wie immer starten wir um 15 Uhr mit einer Führung zur Geschichte des ehemaligen Jüdischen Landwerks Neuendorf.
Gegen 16.30 Uhr geht es weiter mit dem Konzert, und im Anschluss können wir den Nachmittag noch bei Gesprächen und einem Getränk ausklingen lassen.

13. Juni 2021: Lazy Sunday an der Tanke #5 – Tante Friedl

Es geht wieder los – wir laden herzlich zum ersten Lazy Sunday an der Tanke 2021!
Auf der Bühne diesmal: Das Duo Tante Friedl.
Mit Akkordeon, Banjo und ihren tollen Stimmen spielen Magdalena Kriss and Dan Wall Musik aus der ganzen Welt. Sie schreiben ihre eigenen Lieder, nehmen aber auch Songs anderer Musiker*innen aus allen möglichen Ländern mit in ihr Programm: Vom Balkan bis Ost- und Zentraleuropa, von Skandinavien bis Nordamerika. Von Jodeln bis Scat-Gesang, von Balladen zu Protestsongs ist alles dabei – und garantiert geht von den beiden eine musikalische Energie aus, die sofort auf das Publikum überspringt.
Wie immer starten wir um 15 Uhr mit einer Führung zur Geschichte des ehemaligen Jüdischen Landwerks Neuendorf.
Gegen 16.30 Uhr geht es weiter mit dem Konzert, und im Anschluss können wir den Nachmittag noch bei Gesprächen und einem Getränk ausklingen lassen.
Ende: Ca. 18.30 Uhr
Eintritt: Spenden erwünscht!

29. Mai 2021: 2. Neuendorfer Dorfgespräch

Wir begrüßen die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano, 96, auf dem Gutshof! Mit ihr wollen wir über ihr Leben und ihre Zeit als Zwangsarbeiterin in Neuendorf sprechen, bevor sie im April 1943 mit fast allen anderen Bewohner*innen des Gutshofes mit dem 37. Osttransport nach Auschwitz deportiert wurde.

Außerdem wollen wir mit allen interessierten Anwohner*innen der Gemeinde weiter diskutieren: Was heißt eigentlich „weltoffenes Steinhöfel“? Wie bekommen wir das (besser) hin?
Moderation: Ray Kokoschko, Mobiles Beratungsteam (MBT)

Den Abschluss bildet ein Konzert der Band Microphone Mafia – mit ihrer großartigen Sängerin und Akkordeonistin: Esther Bejarano!

Achtung: Coronabedingte Teilnahmebegrenzung! Anmeldung bitte unter info@geschichte-hat-zukunft.org
Und: Vorlage entweder eines aktuellen negativen Schnelltests, eines Nachweises über die vollständige Impfung oder der Genesung erforderlich! (Wir können keine Tests vorort durchführen)

Wir danken für die finanzielle Unterstützung des Programms Miteinander Reden“ der Bundeszentrale für Politische Bildung.

21. September 2019: 1. Neuendorfer Dorfgespräch

Für den 21. September 2019 lud der Verein Geschichte hat Zukunft – Neuendorf im Sande e.V. zum „1. Neuendorfer Dorfgespräch“ auf den Gutshof ein. Ziel war es, ausgehend von der jüdischen Geschichte des früheren „Landwerks Neuendorf“, in dem zwischen 1932 und vermutlich bis 1941 jüdische Menschen mit einer landwirtschaftlichen oder handwerklichen Ausbildung auf die Auswanderung aus Deutschland vorbereitet wurden, ins heute zu schauen. 1941 bis 1943 wurde das Gut zum NS-Zwangsarbeiterlager, nach 1945 und zu DDR-Zeiten dann Volkseigenes Gut. Auch dieser Teil der Geschichte sollte nicht zu kurz kommen. Wir wollten alle ins Gespräch bringen: Alte und neue Neuendorfer:innen von Dorf und Gutshof, Menschen aus der Region, Wissenschaftler:innen und Angehörige ehemaliger Bewohner:innen. Ehrengast war Gert Rosenthal, Sohn des bekannten Showmasters Hans Rosenthal, der in Neuendorf als Zwangsarbeiter lebte und in Fürstenwalde auf dem Friedhof arbeiten musste. Rund 60 Menschen kamen zum Dorfgespräch. Sie leben auf dem Gutshof, kommen aus dem Dorf neben dran, aus der Region. Mit dem Landwerk verbinden sie alle eine besondere Geschichte.

Zum Beispiel Frank Rupnow. Er ist auf dem Gutshof groß geworden. Zu DDR-Zeiten hat er dort in der Landwirtschaft gearbeitet. Mit der Wende musste er – wie so viele – neu anfangen. Aber er blieb in Neuendorf im Sande. Er wünscht sich, dass die Geschichte des Ortes nicht in Vergessenheit gerät, sondern lebendig bleibt. Eine langjährige Freundschaft verbindet Rupnow mit Jörg Weilbach und Holger Pelz. Alle drei verbrachten ihre Kindheit auf dem Hof und in den Wäldern. Sie teilten ihre Erinnerungen an das Neuendorfer Leben zu DDR-Zeiten, an den Bruch der Wende, an die Unsicherheiten vor dem Verkauf des Gutshofes 2018. Einig waren sich alle, dass die Erinnerung bewahrt werden muss. Jörg Weilbach und Holger Pelz leben heute im eigentlichen Dorf Neuendorf im Sande. Sie wünschen sich, dass der Gutshof und das Dorf enger zusammen wachsen.

Mit dabei war auch Harald Lordick, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Salomon Ludwig Steinheim Institut für deutsch-jüdische Geschichte. Lordick führte über den Gutshof und schilderte eindrücklich welche Spuren aus längst vergangenen Zeiten noch immer sichtbar sind auf dem Gelände. Zum Beispiel das „Schloss“, in dem zu Hachschara-Zeiten jüdische Menschen untergebracht waren. Aber auch der alte Bullenstall oder die Gärtnerei. Dort arbeiteten die Bewohner:innen.

Beim Dorfgespräch ging es aber nicht nur darum, an die Vergangenheit des Ortes zu erinnern, sondern auch die bedeutsame Geschichte für Debatten der Zeit zu nutzen. Wie geht die Region damit um, dass immer Menschen aus der Stadt in die Dörfer ziehen? Wie begegnen Menschen, denen, die aus anderen Ländern fliehen mussten und nun in Brandenburg ein neues Zuhause haben? Welche Rolle spielen Fremdenhass und Ausgrenzung? Udo Grabs, Mitglied im Ortsvorstand von Neuendorf, betonte die Offenheit der Dorfgemeinschaft für Neuankommende.

Lars Rinner, der gemeinsam mit seiner Frau vor einigen Jahren die Patenschaft für eine syrische Familie in Fürstenwalde übernommen hatte, drückte die Hoffnung auf Zivilcourage aus. Wer diskriminierende Behandlung nicht-weißer Menschen mitbekomme, müsse den Mund aufmachen, sagte er, auch das sei eine Lehre der deutschen Geschichte. Leylan, aus Syrien stammende Studentin, berichtete aus ihrem Alltag, über den fehlenden Kontakt zu Deutschen, über ihre Hoffnung, hier in Frieden leben zu können. Gabi Moser, Sozialarbeiterin in Fürstenwalde, forderte, dass noch mehr Menschen aufstehen und sich Vorurteilen und Rassismus entgegenstellen.

Den Abschluss der Veranstaltung machte die beeindruckende Musik von Deniz Mahir Kartal, die erselbst als „Anatolian Electronics“ bezeichnet.

Das Dorfgespräch wurde gefördert vom Programm „Miteinander Reden“ der Bundeszentrale fürPolitische Bildung.

4. Mai 2019: Der 94. Geburtstag Jutta Baumwohls

Am 4. Mai 2019 wäre Jutta Baumwol 94 Jahre alt geworden. Jutta war mit 15 „auf Hachschara“ nach Schniebinchen gegangen (heute in Polen) und kam 1941 als Zwangsarbeiterin nach Neuendorf. 1943 wurde sie von dort aus mit den letzten verbliebenen Bewohner*innen des Landwerks nach Auschwitz deportiert und ermordet

Ihr Bruder Itzhak Baumwol und fünf weitere Mitglieder seiner Familie sind zu ihrem Geburtstag aus Tel Aviv angereist, um uns in Neuendorf zu besuchen. Das Denkmal am Eingang des Gutshofes ist für sie ein Ersatz für das Grab, was es nicht gibt.

Am Denkmal konnten wir die deutsche Version der Gedenktafel enthüllen. Itzhak erinnerte daran, wie Jutta in ihrem letzten über das Rote Kreuz versandten Brief an ihre Familie schrieb: „Ich fahre bald zur Oma. Seid stark!“ Die Oma war schon lange gestorben. Jutta wusste, was sie erwartete, und versuchte, mit diesen Zeilen ihre Familie zu trösten.
Und er erinnerte uns eindrücklich daran, alles dafür zu tun, dass so etwas nie wieder passieren darf.

Viele waren gekommen, um der Zeremonie am Denkmal beizuwohnen und anschließend gemeinsam im Speisesaal des Gutshauses bei Kaffee und Kuchen miteinander zu reden und Jutta zu feiern.

Für alle, die dabei waren, ein sehr bewegender Tag.